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Markatus Polygone
Markatus Polygone

Bewegte Bilder in Marketing und Werbung

Geht’s heute eigentlich noch ohne Videos?

Wir alle haben es bemerkt: Videos mit dazugehöriger Audiospur überfluten die sozialen Medien und damit auch die Marketing- und Werbewelt. Nicht zuletzt hat dem bewegten Bild der bahnbrechende Erfolg der App „TikTok“ dieses Schicksal besiegelt. Doch wie geht man als Unternehmen, als Einzelhändler oder Freiberufler mit dieser Entwicklung um? Reicht heute klassisches Print- und Online-Marketing noch aus oder müssen wir alle zu neuen Ufern aufbrechen? Unsere Geschäftsführerin und Bewegtbild-Spezialistin Ines steht uns diesbezüglich Rede und Antwort:

Ines, du beschäftigst dich mittlerweile fast ausschließlich mit bewegten Bildern und der Produktion von Werbefilmen, Imagevideos, Live-Streams etc. Wie hat sich die exzessive Nutzung sozialer Medien auf die Optik und Länge von Videos ausgewirkt?

Der Wandel vom minutenlangen Imagefilm hin zum „snackable Video“, also Social-Media-fähigem Content mit einer Länge zwischen 15 und 60 Sekunden, ist überall zu verfolgen. Die Social-Media-Plattformen machen uns Vorgaben, was die Länge von multimedialem Content anbetrifft. Diese Vorgaben sind nicht aus der Luft gegriffen – Google, YouTube und TikTok sind Experten für das Rezeptionsverhalten ihrer User. Und mit den Formatvorgaben, die sie uns machen, prägen sie dieses Verhalten wiederum maßgeblich mit. Generell ist die aktuelle Entwicklung vergleichbar mit Trends in benachbarten Feldern. Wenn man sich Songs und Filme aus den 1990er-Jahren anhört und ansieht, bemerkt man sofort, wie vergleichsweise entschleunigt die damalige Zeit war. Heute bewegen sich Bild und Ton in höherer Taktung und werden in kürzeren Häppchen dargereicht, weil das dem Zeitgeist entspricht.

Man könnte meinen, kurze Videos kann jeder mit dem eigenen Smartphone aufnehmen. Stimmt das oder verlangt ein gutes Video-Marketing immer auch einen professionellen Dreh?

Klar kann man das machen. Das sieht dann aber auch so aus! (lacht) Spaß beiseite – deine Frage ist berechtigt und ich werde von Kunden häufig gefragt, ob man nicht mit Smartphone und Stativ ein ähnlich gutes Ergebnis hinbekommen könnte wie mit dem Filmteam. Für gewisse Zwecke mag das gut funktionieren, z. B. für ein schnelles Posting aus dem Team auf der facebook-Seite des Unternehmens. Für den TikTok-Clip oder für ein kurzes Statement, bei dem klar ist, dass hier jemand eine Aufnahme mit dem eigenen Handy gemacht hat, weil es schnell gehen musste oder Spontaneität gefragt war. Für alles, was professionell kommuniziert werden will – die Vorstellung des Unternehmens, das Interview mit der Geschäftsführung, das Jahresevent, soziales Engagement, Porträts und so weiter – braucht es einen professionellen Rahmen. Man sieht den Unterschied im hochauflösenden Bild, im Cut, in der TV- oder Cinema-Anmutung, im brillanten Ton, im Grafiklayout. Simpel gesagt: Man würde einen Porschemotor nicht in einen Golf reinbasteln, wenn man sein Potenzial ernsthaft ausnutzen möchte.

Nicht jedes Unternehmen ist von der Vorstellung begeistert, die eigene Geschäftsführung oder die MitarbeiterInnen in Videos einzusetzen. Was sind gute Alternativen?

Gute Alternativen sind Drehs, bei denen wir uns auf Location, Produkte und Prozesse fokussieren. Dafür haben wir auch unterschiedliche technische Optionen – vom hochauflösenden Makroobjektiv, mit dem wir spektakuläre Kamerafahrten auf kleinstem Raum machen können, bis zur Drohne. Eine andere Möglichkeit bieten Erklärfilme und Animationen, die wir auch jenseits von simpleshow & Co. vollkommen individuell entwickeln können.

Welche Leistungen bietet Markatus im Bereich Video an?

Einfach gesagt, können wir jede Story, jede Botschaft erzählen, die mit bewegten Bildern und mit oder ohne Ton erzählt werden soll. Vom Imagefilm über das Social-Media-Video bis zum TV-Spot, vom Kurzbericht des Firmenevents über den Live-Stream der Hauptversammlung bis hin zur mehrtägigen Tagung, die teilweise vorproduziert und live übertragen wird. Wir erarbeiten das passende Bewegtbildkonzept für die jeweilige Aufgabenstellung und übernehmen vom Drehbuch bis zur Postproduktion alle Schritte, die zu einer Drehproduktion dazugehören. Das besondere Plus ist, dass wir mit einem Pool von festen Profis zusammenarbeiten und Projekte anforderungsgenau bestücken können, sei es mit der Maskenbildnerin, dem externen Tontechniker, zusätzlichen Kameraleuten, dem Profisprecher oder Animationsdesignern.

Zum Abschluss: Du bist Linguistin und schmilzt bei guten Texten regelrecht dahin – was sagst du zum Video-Boom bzw. zur Abkehr vom klassischen Wort?

Natürlich mache ich den Unterschied zwischen gesprochener und geschriebener Sprache, aber der Anspruch an Sprache ist an den jeweiligen Kontext anzupassen. Mich begeistert es gleichermaßen, jemanden live und ohne Prompter vor der Kamera die komplexen Quartalsergebnisse seines Unternehmens erläutern zu hören wie einen formvollendeten Text zu lesen. Die gemeinsame Klammer ist für mich die Macht des Wortes. Selbst Bilder ohne Text bewegen Menschen, weil wir zu allem, was wir sehen, auch eine sprachliche Assoziation haben. Besonders stark erfährt man das bei emotionalen Bildern: das kleine Mädchen mit dem Geschenk, der Großvater mit der Träne im Auge am Fenster, ein Hundewelpe alleine auf einer großen Straße. Sofort spüren wir die Wirkung von Wortwelten wie Kindheit, Abschied oder Sorge. Insofern: Das Video verdrängt das klassische Wort nicht, es nutzt seine Magie.

 

Ines, wir danken dir für deine Zeit und das interessante Interview.